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Schlafapnoe-Syndrom

Eine Schlaf-bedingte Atemstörungen und eine Atem-bedingte Schlafstörung!?

Der Schlaf ist die Erholungsphase in täglichen Leben. Im Schlaf kommen wir körperlich und geistig zur Ruhe, die meisten Körperfunktionen werden auf einen niedrigen Level heruntergefahren, und wir tanken Kraft und Energie für den nächsten Tag.
Der gesunde Schlaf besteht aus unterschiedlichen Phasen, deren Gleichgewicht für die Erholung wichtig ist. So ist es tatsächlich hilfreich, „darüber zu schlafen“, wenn man eine Entscheidung treffen muss, da Traumphasen auch dazu dienen, zu strukturieren, aufzuräumen und dadurch Entscheidungen besser treffen zu können.
Dieses Gleichgewicht von Schlafphasen und Traumphasen kann durch unterschiedlichste Faktoren gestört werden. Dazu gehören neben Stress und mangelnder „Schlafhygiene“ auch atembezogene Schlafstörungen, die auch unter dem Namen „Schlafapnoesyndrom“ bekannt sind.


Was ist ein Schlafapnoesyndrom?

Im Schlaf entspannt sich der gesamte Körper, d. h. die komplette Körpermuskulatur wird schlaff. Wenn sich auch die Muskulatur der Halsweichteile zu sehr entspannt, führt das zum Schnarchen. Kommt es darüber hinaus aber zu einem Kollaps der Halsweichteile mit Verschluss der Atemwege, so liegt ein Atmungshindernis vor, was nicht von alleine behoben werden kann. Man kann bei einer Somnografie (Aufzeichnung des Schlafes) feststellen, dass der Körper versucht zu atmen, also Brust und Bauch bewegen sich, aber es wird kein Luftstrom an Mund und Nase festgestellt. Die Person schnarcht zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr, sondern hat eine sogenannte Atempause (=obstruktive Apnoephase). Irgendwann registriert das Gehirn den Sauerstoffabfall und schüttet Stresshormone aus. Der Betreffende wird wach, was automatisch wieder zu einem Anstieg des Muskeltonus führt. Die Luft kann wieder frei passieren, man dreht sich kurz um und schläft im Idealfall direkt wieder ein. Jeder kann solche Phasen haben. Fünf Apnoephasen pro Stunde gelten als normal und nicht behandlungsbedürftig. Anders sieht die Sache aus, wenn man mehr als 15 oder mehr als 30 oder sogar 60 solcher Apnoephasen pro Stunde hat.

Unterscheidung obstruktiver und zentraler Apnoephasen

Zentrale Schlafapnoe bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Atemimpuls im Gehirn ausbleibt. Selbstverständlich wacht man auf, wenn die Sauerstoffsättigung im Blut abfällt, aber man schnarcht nicht unbedingt. Das kann u. a. bei Herzerkrankungen vorkommen und ist genauso behandlungsbedürftig wie das obstruktive Schlafapnoesyndrom. Hier ist allerdings eine Maskentherapie die einzige Option. Man bekommt ein spezielles Atemgerät (BIPAP), dass Atempausen registriert und in diesem Fall selbstständig eine Beatmung beginnt.

Welche Beschwerden weisen auf eine Schlafapnoe hin?

Symptome eines Schlafapnoesyndroms sind Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, ein gestörtes Kurzzeitgedächtnis, Gereiztheit und Ungeduld. Gefährlich wird es, wenn man vor Müdigkeit in einen Sekundenschlaf fällt, besonders beim Autofahren. Außerdem steigt das Risiko für stressbedingte Erkrankungen wie z.B. erhöhten Blutdruck, Sodbrennen, verringerte Stresstoleranz und als Spätfolge ein erhöhtes Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko. Das ist alles in jedem Fall behandlungsbedürftig.

Ein Schlafapnoesyndrom kann jeden betreffen, Männer sowie Frauen und auch schon im frühen Erwachsenenalter auftreten.

Wie kann man ein obstruktive Schlafapnoesyndrom (=OSAS) behandeln?

Je nach Schweregrad und Habitus gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden:

1) Die einfachste wäre eine Gewichtsreduktion, da das Schlafapnoesyndrom meist übergewichtige Menschen betrifft. Ab dem Überschreiten einer individuell unterschiedlichen Gewichtsgrenze ist es wieder weg.

2) Bei einem leichtgradigen Schlafapnoesyndrom gibt es „Unterkieferprotrusionsschienen“. Das sind Plastikschienen, die den Unterkiefer nachts nach vorne ziehen, um so die Atemwege frei zu halten. Empfehlenswert ist vorher aber eine „Schnarchendoskopie“, wobei bei einer Kurznarkose mittels einer Fieberglasendoskopie durch die Nase von oben in den Rachen gesehen wird, während man den Unterkiefer nach vorne zieht. So lässt sich festlegen, ob das zur Behandlung reicht und wie viele Millimeter Vorschub genau erforderlich sind um die Atemwege offen zu halten.

3) Es gibt Atemgeräte (APAP), die den Luftdruck in den Atemwegen beim Schlaf erhöhen um den Kollaps der Weichteile zu verhindern. Diese Geräte sind heutzutage sehr leise und in der Regel reicht eine Nasenmaske, was den Tragekomfort verbessert.

4) Man kann auch operativ vorgehen. In der Regel werden vom HNO-Arzt die Tonsillen (Mandeln) entfernt und das Gaumensegel gestrafft, was somit einen Kollaps verhindern kann.

Was bieten wir bei Verdacht auf Schlafapnoesyndrom an?

Sprechen Sie uns an, wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Schlafstörung besteht. Wir können eine ambulante Schlafanalyse (Somnografie) und auch eine Messung Ihrer Schlaftiefe (Quisi-Analyse) durchführen und je nach Ergebnis das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen.

Wichtig ist auch die Abgrenzung zu normalen Schlafstörungen, die gut natürlich und ganzheitlich behandelt werden können.