Faszientherapie

Schmerzen des Bindegewebes behandeln

Der Begriff “fascia” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “Band” oder “Bündel”. Mit Faszien ist ein System bindegewebiger Fasern gemeint, die Muskeln, Organe und Körperhöhlen umhüllen. Ihr wichtigste Funktion ist das Halten und Stützen der Gewebe. Faszien sind unser wichtigstes strukturgebendes Organ und damit maßgeblich für unser Erscheinungsbild verantwortlich.

Lange Zeit wurde die Funktion des Bindegewebes unterschätzt. Erst in den letzten Jahren wurden Behandlungen der Faszien mehr und mehr in die Schmerztherapie integriert.

Inzwischen ist bekannt, dass die Faszien auch an der Kraftübertragung der Muskeln beteiligt sind, denn sie enthalten selbst eigene Muskelzellen. Zudem befinden sich dort unzählige Nervenendigungen, die für die Schmerzübertragung des Fasziengewebes verantwortlich sind.

Wichtig ist – v.a. bei unklaren Schmerzen – Faszien als mögliche Auslöser in die Diagnostik miteinzubeziehen.

Bereits die klassische Bindegewebsmassage der Krankengymnasten bezieht die Behandlung der Faszien mit ein. Die Osteopathie hat zur weiteren Verbreitung der Faszienbehandlung geführt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang das Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos als bedeutender Erklärungsansatz.

Moderne Faszientherapien bestehen aus manuellen Techniken (“Behandlungen mit der Hand”) und Therapien mit Hilfsmitteln (z.B. Faszienrolle oder Blackroll® ). Auch traditionelle Therapiemethoden wie Yoga und Qigong haben positive Wirkungen auf die Faszien.

Die Faszientherapie ist oft relativ schmerzhaft, manchmal können auch blaue Flecken entstehen. Dafür bessern sich die Schmerzen oft bereits unter der ersten Behandlung. Zur weiteren Stabilisierung sind zusätzliche Behandlungen und Eigenübungen erforderlich.

Weitere Informationen:

Unsere Faszienspezialistin Ruth Biallowons hat zum Thema Faszientherapie einen Artikel in der Zeitschrift “Natur und Medizin” (Mitgliederzeitung der Carstens-Stiftung) verfasst, der hier als PDF heruntergeladen werden kann.