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Burnout vorbeugen und ganzheitlich behandeln

Was ist ein Burn-out-Syndrom?

Burn-out (oder Ausgebrannt-Sein) ist in erster Linie eine Stresserkrankung. Es handelt sich um das Endstadium einer länger andauernden Entwicklung, in der die Kraftreserven des Organismus durch Stress oder Überanstrengung erschöpft wurden. Meist zeigen sich im Vorfeld Erschöpfungszustände und Müdigkeit, die aber oft durch erhöhte Leistungsbereitschaft nicht wahrgenommen werden. Formal gibt es im Katalog der Krankheiten (ICD-10) die Diagnose “Burn-out” nicht, weswegen häufig der Begriff “Erschöpfungsdepression” verwendet wird.
Insgesamt sind die Krankheitstage durch “seelische Erkrankungen” seit Jahren steigend, zuletzt von 2001 auf 2010 von 6,6 auf 13,1 Prozent (DÄB Jg. 109 Heft 19 11. Mai 2012). Die Zahl der Krankschreibungen wegen “Burn-Out” hat von 2004 bis 2012 um knapp 700 Prozent zugenommen (DÄB Jg. 109 Heft 24 15. Juni 2012).
Insofern sind gerade die frühzeitige Behandlung und ein ganzheitliches Konzept, das den Menschen in seiner Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele erfasst, entscheidend.

Was sind typische Beschwerden des Burn-out-Syndroms?

  • extreme körperliche und seelische Erschöpfung
  • stark reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Unfähigkeit zur Regeneration
  • Stimmungsschwankungen
  • Neigung zu Aggressivität
  • geistige und emotionale Verflachung
  • körperliche Beschwerden wie Tinnitus, Nackenschmerzen und Herzrasen

Lavendel kann im Rahmen der Pflanzenheilkunde helfen.

Die Phasen des Burnout

Nach Jerry Edelwich gibt es 4 Phasen des Burnout:

  • 1. Phase: Es herrscht noch idealistische Begeisterung mit hohem Energieeinsatz, Optimismus und Überschätzung. Der/die Betroffene arbeitet viel und zum Teil verbissen. Private Interessen werden bereits vernachlässigt.
  • 2. Phase: Es kommt zum Stillstand. Erste Frustrationen, Stimmungsschwankungen, Rückzug aus sozialen Kontakten und Einschränkung der Freizeitaktivität sind die Folge. Freunde und Familienmitglieder leiden bereits unter dem/der Betroffenen, er/sie selber merkt meistens noch nichts – oder will nichts wahrhaben.
  • 3. Phase – das eigentliche Burnout beginnt: Die Phase der Frustration. Der/die Betroffene fühlt sich macht- und erfolglos, es fehlt Anerkennung, und es treten erste Beschwerden auf: Müdigkeit, Schlafstörungen, Tinnitus, Schmerzen, Verdauungsstörungen, Herzrasen oder Druck auf der Brust. Es kommt zu vermehrtem oder reduziertem Essen sowie zu vermehrtem Konsum von Alkohol oder Zigaretten.
  • 4. Phase – das Stadium der Apathie: Der/die Betroffene bricht zusammen. Typische Symptome sind Desillusionierung, Verzweiflung, totale Erschöpfung und Gleichgültigkeit, oft in Kombination mit körperlichen oder körperlich empfundenen Beschwerden.

Eine Erholung aus diesem letzten Stadium ist sehr schwierig und langwierig. Oft erreichen die Betroffenen nicht wieder das Ausgangslevel an Kraft und Vitalität.
Deshalb ist eine Früherkennung und frühzeitige Behandlung des Burnouts wichtig.

Ganzheitliche Behandlungsmöglichkeiten

Vor der Behandlung steht die Diagnose. Zunächst sollten körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden (siehe Erschöpfung ganzheitlich behandeln). In der Regel ist die Durchführung eines Gesundheitschecks zu empfehlen, um eine umfassende Abklärung zu gewährleisten. Dabei wird auch nach Vitalstoffmangelzuständen, nach den Stresshormonen (funktionelle Nebennierenerschöpfung) und der Herzfrequenzvariabilität geschaut.

Werden keine körperlichen Erkrankungen (z.B. Lebererkrankung oder Schilddrüsenunterfunktion) oder Mangelzustände (z.B. Eisen- oder Vitamin-D -Mangel) gefunden, sollte die Erschöpfung ganzheitlich angegangen werden. Dazu gehören Veränderungen des Lebensstils, der Arbeitsweise und der sozialen Kontakte, wie sie im Rahmen der Mind-Body-Medizin eingeübt werden können. Dadurch soll die Resilienz, die Widerstandskraft, erhöht werden. Speziell Bewegungsübungen und Entspannungsverfahren können die Stressresistenz erhöhen. Oft ist es sinnvoll, dies in einem gesonderten Kurs einzuüben (Stressbewältigungskurs).

Unterstützend können Klassische Naturheilkunde, Phytotherapie, Akupunktur, Ozon-Sauerstoff-Therapie, Hochdosis-Vitamin-C-Infusionen, Procain-Basen-Infusion und Orthomolekulare Medizin sinnvoll sein. Welche Verfahren im Einzelenen eingesetzt werden, sollte individuell entschieden werden. Besonders häufig findet man beim Burn-out-Syndrom einen Vitamin-D – bzw. Vitamin-B-Mangel.

Zusätzlich kann eine Stresshormonanalyse, eine Untersuchung der Neurotransmitter-Spiegel (Botenstoffe im Nervensystem, u.a. Cortison, Adrenalin und Serotonin), hilfreich sein. Anhand der gewonnenen Informationen können Defizite gezielt mit pflanzlichen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. So kann z.B. bei einem Serotonin-Mangel – einer häufigen Ursache für Depression und Erschöpfung – sowohl Tryptophan als Ausgangssubstanz als auch Johanniskraut zur Steigerung der Serotonin-Spiegel im Zentralnervensystem eingesetzt werden.

Auch Störungen der Geschlechtshormone können depressive Stimmungslagen, v.a. im Rahmen der Wechseljahre, aber auch lange danach auslösen. Hier können im Rahmen der Natürlichen Hormontherapie oft naturidentische Hormone mit gutem Erfolg gegeben werden, ohne dass ein krebsauslösender Effekt (wie bei vielen chemisch veränderten Hormonen) zu erwarten wäre.

Oft sind beim Burnout auch die Mitochondrien – die Kraftwerke der Zellen – in Mitleidenschaft gezogen. Hier hilft die Mitochondriale Medizin und das Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT).

Wir bieten Ihnen auch eine ganzheitliche psychosomatische Mitbehandlung an. Dabei können wir auch auf externe Psychotherapeuten und Behandlungszentren zurückgreifen.

Bei schwereren Burn-Out-Erkrankungen ist zusätzlich eine teilstationäre oder sogar stationäre Psychotherapie sinnvoll. Dazu können wir Ihnen spezielle Therapeuten oder Einrichtungen empfehlen.

Weitere Informationen:

Eine kurze Zusammenfassung zum Thema Stress & Burnout finden Sie in unserem speziellen Flyer (Pdf-Dokument).