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Baubiologie und Umweltmedizin

Umwelt fängt zu Hause an

Das Umfeld in dem wir uns bewegen und leben hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf unser Leben und unsere Gesundheit. Mit Hilfe der Baubiologie können negative Einflüsse im Haus aufgespürt und dann möglichst abgeschafft, bzw. moduliert werden- Kranke Häuser werden gesund gemacht. Daraus folgt die Frage: Was macht Häuser krank? Hier gibt es so einige Faktoren, wie zum Beispiel Elektrosmog, Radioaktivität, schlechtes Raumklima, Wohngifte, Partikel, Pilze, etc.. Diese Komponenten werden von Baubiologen gemessen, analysiert, dargestellt und darüber wird aufgeklärt.

Mittelpunkt aller baubiologischen Messungen ist der Schlafplatz. Nirgendwo halten Menschen sich länger auf als hier. Die Kompensationsfähigkeit in Bezug auf Umweltreize funktioniert hier auf Sparflamme. Dagegen verfügt der auf Leistung eingestellte Organismus während der wachen Tagesstunden über hochaktive Funktionen zur Gegenregulierung und Abwehr von Stress. Nachts wird ‘verdaut’, was tagsüber aufgenommen wurde. Einige Menschen reagieren heftig auf ein gestresstes Schlafumfeld. Der Körper schickt individuelle Warnsignale, die man ernst nehmen sollte, wie Schwitzen, Nicht-Einschlafen-Können, häufiges Wachwerden, Schmerzen, Ängste, Herzjagen, Verspannungen, Muskelkrämpfe, Alpträume, Schwindel, Allergien, Schwächeanfälle, Durchblutungsstörungen, Kopfschmerzen, Ohrenrauschen etc. Andere Menschen reagieren kaum. Deren Schlaf ist tief, fast zu tief, traumlos, bleiern. Ein besserer Gradmesser als die Schlafqualität ist die Qualität des Wachwerdens. Nach einer entspannenden Nacht ist man nach Sekunden wach, vital, klar im Kopf; nach einer verspannenden Nacht müde, egal wie lange man schläft. In vielen Schlafzimmern finden sich zahlreiche und bisweilen recht starke elektrische und magnetische Felder.

Fehlende Erdung, unnötig viele elektrische Geräte, wie z.B. Radiowecker, Stereoanlagen, Anrufbeantworter, Fernsehapparate, Zeitschaltuhren, Sicherungskästen, Kleintrafos und meterweise Verlängerungskabel direkt neben und unter dem Bett, dazu kommen magnetisierte Federkernmatratzen, Lindan behandeltete Teppiche und Formaldehyd ausgasende Billigstmöbel usw..
Nach den Schlafplätzen erfordern die Wohnbereiche, in denen wir uns lange und regelmäßig aufhalten und unsere Arbeitsplätze besondere baubiologische Beachtung.

Der Standard der baubiologischen Untersuchung besteht aus den drei übergeordneten Säulen A, B und C mit mehreren Unterpunkten.

Säule A: Physikalische Felder, Wellen und Strahlen

  • Elektrosmog, Radioaktivität, geologische Störzonen, Schallwellen und elektrische Wechselfelder (z.B. ausgehend von Installationen, Kabeln, Wänden, Bauteilen und Geräten anliegender elektrischer Spannung)
  • magnetischen Wechselfeldern als Folge von fließendem Strom z.B. in Kabeln, Installationen, Geräten, Motoren, Transformatoren, Frei- und Erdleitungen, Hochspannungstrassen oder elektrifizierten Bundesbahnstrecken
  • hochfrequente elektromagnetische Wellen von Sendern, Funk, Fernsehen, Militär, Post, Radar und der aktuellen Mobiltelefonnetze. Besonders digitale D- und E-Mobilfunksender, wie auch neuere digitale schnurlose DECT-Telefone für den Hausgebrauch (die leider nonstop senden und nicht nur wenn telefoniert wird). Denn deren Strahlung ist gepulst, getaktet, so wie beim Stroboskop Licht getaktet wird. Diese gepulsten Mikrowellen, das haben Wissenschaftler herausgefunden, öffnen die Blut-Hirn-Schranke, verändern die menschlichen Hirnströme, unsere Zell-, Immun- und Hormonabläufe und andere biologische Funktionen.
  • Elektrische Gleichfelder: Elektrostatik durch Synthetikfasern und Kunststoffoberflächen wie Kunstfaserteppiche, Gardinen, Vinyltapeten, Lacke, Schäume oder Beschichtungen laden den Körper regelrecht auf und zählen zu den nachhaltigsten Raumklimaruinierern.
  • Magnetostatik entsteht an magnetisierten Metallteilen wie z.B. Stahlträgern, Türzargen, Möbeln, Geräten und Lautsprecherboxen. Gleichstrom verursacht ebenfalls Magnetfelder, z.B. an Photovoltaikanlagen oder in der Nähe von Straßenbahnstrecken.
  • Radioaktivität und Radon. Einige Baustoffe, Steine, Fliesen, Schlacken, Aschen usw. zeigen manchmal, eine erhöhte radioaktive Alpha-, Beta- oder Gammastrahlung. Dazu gehören z.B. Bims-, Schlacken- und Hüttensteine, auch Basalt und Tuff, Granit und Chemiegips, einige Fliesen und Glasuren. Manche Antiquitäten, Mineralien oder Geräte strahlen auch. Durch Radioaktivität entsteht Radongas mit seinen Folgeprodukten. Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es macht 50 % aller Strahlenbelastungen aus und ist, wie Radioaktivität, krebserregend. Radon gilt in den USA als gefährlich für Atemwege und Lunge.
  • Erdmagnetfeld und die Erdstrahlung mit ihren lokal auffälligen geologischen Störungen. Die Erde strahlt überall. Diese Störzonen entstehen z.B. durch unterirdisch fliessendes Wasser, Verwerfungen, Brüche, Spalten, Lagerstätten. Sie sind mit sehr empfindlichen Strahlenmessgeräten, sog. Szintillationszählern, und ebenso empfindlichen Magnetfeldmessgeräten, sog. 3D-Magnetometern, physikalisch nachweisbar.
  • Schallwellen. Lärm kann krank machen. Lärm ist nach dem Rauchen das Herzinfarktrisiko Nr. 2., so das Umweltbundesamt. Lärmgewöhnung ist ein Trugschluss.

Säule B: Wohngifte, Schadstoffe, Partikel, Raumklima

  • giftige Gase und Umweltschadstoffe. wie Formaldehyd (in Möbeln oder im Zigarettenrauch), viele leichtflüchtige Schadstoffe – an erster Stelle die Gruppe der Lösemittel (in Klebern, Farben, Lacken, Tapeten, Teppichen, Möbeln, Dämm- und Kunststoffen, Putz- und Pflegemitteln) – oder die vielen schwerflüchtigen (Pestizide, Insektizide, Fungizide, Holzschutzmittel, Flammschutzmittel, Weichmacher, Pyrethroide, PCB, PAK, Dioxine, etc.), Schwermetalle, Asbest und andere Partikel
  • Partikel und andere biologisch bedenkliche Fasern. Hier geht es an erster Stelle um die lungengängigen und krebserregenden Asbest- und künstlichen Mineralfasern, Feinstaub, Aerosole und Schwebstoffe. Solche Partikel sind kleinste Teilchen in der Luft. An den Staub binden sich fast immer eine Menge von Allergenen und Schadstoffen: Bakterien, Pilze, Sporen, Milben, Milbenkot, Pollen, Asbest, Mineralfasern, Biozide, Pyrethroide, Flammschutzmittel, Weichmacher, Schwermetalle, PAK, PCB.
  • Raumklima. Die richtige Dosis Sauerstoff, wenig Kohlendioxid, eine optimale Luftfeuchte und eine naturgemäße Luftionisation gehören genauso dazu wie die richtige Temperatur und das Aufdecken von ungünstigen Luftbewegungen, Kältebrücken oder Oberflächenfeuchtigkeiten. Viele Räume werden krank nur durch mangelnde Lüftung.

Säule C: Mikrobiologische Krankmachern, wie Pilze, Bakterien sowie Allergene

Mikrokleine Krankmacher. Dazu gehören die Schimmelpilze, die mit ihren Sporen und Giften vielen Menschen speziell nach Feuchteschäden zu schaffen machen oder die Hefepilze, die sich in Küchen- und Hygienebereichen verstecken können und hartnäckige Infektionen verursachen. Pilze wie auch Bakterien können krank machen, sogar gefährlich werden. Spitzenreiter der Allergene ist die Hausstaubmilbe.

Im Anhang des baubiologischen Standards gibt es noch weitere Faktoren, die es zu beachten gilt,
z.B. die Lichtqualität , Beleuchtungsstärke und UV-Strahlung sowie die Leitungswasserqualität und die Begutachtung von Haus- und Holzschädlingen.

Viele Punkte stehen in ungünstiger Wechselbeziehung zueinander: Elektrostatik zieht Staub an und Staub zieht Allergene, Pilze, Biozide, Schwermetalle und Radon an und reduziert dazu die Luftionen, schädigt das Raumklima.

Baubiologie und Pilze

Baufeuchte hat Pilze zur Folge, mangelnde Lüftung kultiviert Feuchte und lädt Kohlendioxid ein, Kohlendioxid ist ebenfalls beliebt bei Pilzen, es ist der Dünger für das Pilzwachstum. Ein Wirrwarr von Wechselbeziehungen. Im Biosystem wird das noch interessanter: Zum Beispiel greifen die elektromagnetischen Felder unser Immunsystem an, lassen Pilze im Körper schneller wachsen, die ihrerseits nochmal den Widerstandskräften zusetzen. Elektromagnetische Felder behindern dazu die Schwermetallausscheidung des Körpers, forcieren im Gegenzug die Ausschwemmung von Quecksilber aus Amalgamfüllungen in den Körper, ein Teufelskreislauf. Teufelskreisläufe dieser Art gibt es viele, speziell auch bei den Luftschadstoffen.

Gerade deshalb ist es so wichtig, eine Raumuntersuchung ganzheitlich anzugehen und das baubiologische Konzept in möglichst vielen Punkten zu erfüllen.