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Struma und Schilddrüsenknoten

Kropf, heiße und kalte Knoten

Die häufigste Erkrankung der Schilddrüse ist die Vergrößerung (Struma) und Knotenbildung infolge eines Jodmangels. Im Alter von über 60 Jahren sind mehr als 1/3 der Bevölkerung von diesen morphologischen Veränderungen betroffen, wobei sich zum Teil auch Überfunktionen durch so genannte „heiße“ Knoten (Autonomes Adenom) entwickeln können. Die Symptome der Überfunktion unterscheiden sich nicht von denen bei der Autoimmunthyreoiditis Typ Basedow. Eine spontane Rückbildung ist bei dieser Überfunktionsform nicht zu erwarten. Eine Beteiligung der Augen erfolgt nicht. Die dauerhafte Ausschaltung der Überfunktion durch „heiße“ Knoten gelingt nur durch Operation oder Behandlung mit Radiojod. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann wegen der Nebenwirkungen eine dauerhafte medikamentöse Behandlung mit Schilddrüsenhemmstoffen empfohlen werden.

In der Regel sind die Schilddrüsenknoten funktionell ohne Bedeutung, ihre Hormonbildung entspricht dabei entweder dem gesunden Gewebe („warmer“ Knoten) oder aber es erfolgt keine Hormonbildung („kalter“ Knoten).

Zur Behandlung gutartiger Schilddrüsenvergrößerungen oder Knoten ohne eine Funktionsstörung existieren keine einheitlichen Empfehlungen. Neben „wait and see“ bei Beschwerdefreiheit, kann bei sonografisch nachgewiesenen Wachstum der Schilddrüse und/oder der Knoten und zunehmenden Beschwerden, wie Engegefühl und Schluckbeschwerden, durch eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen in Kombination mit Jod versucht werden, das krankhafte Wachstum der Schilddrüse zu verlangsamen oder zu beenden. Jod kann zudem im Urin bestimmt werden, um eine mangelhafte Versorgung festzustellen. Bei unzureichendem Behandlungseffekt und fortschreitender Vergrößerung der Knoten ist im Einzelfall eine operative Behandlung oder alternativ eine Behandlung mit radioaktivem Jod zu überlegen.

Unser Allgemeinmediziner Dr. med. Gerrit Sütfels kennt sich gut mit Schilddrüsenknoten und Hashimoto-Erkrankung aus. Im Hintergrund ist unser Endokrinologe und Labormediziner Prof. Dr. med. Lutz Tharandt für alle komplexeren Fragestellungen tätig.