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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ganzheitlich betrachtet

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Was sind chronisch entzündliche Darmerkranungen?

Als chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) werden der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa zusammengefasst. Es handelt sich um immunologische und entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut und Darmwand, die mittels Darmspiegelung (Koloskopie) zu diagnostizieren sind. Die genaue Ursache dieser chronischen Erkrankungen bleibt jedoch unklar.

Aus naturheilkundlicher Sicht – und dies zeigt sich auch in neueren wissenschaftlichen Untersuchungen – spielen folgende Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Darmflora: Die Zusammensetzung der Bakterien im Darm ist wichtig für eine regelrechte Verdauung und optimale Schleimhautfunktion.
  • Schleimhautbarriere: Sie verhindert, dass Giftstoffe oder ungünstige Nahrungsbestandteile aus dem Darm ins Gewebe übertreten können. Durch eine Schädigung dieser Schutzfunktion können Entzündungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen.
  • Darm-assoziiertes Immunsystem: In und unter der Schleimhaut sitzt ein Großteil unseres Immunsystems. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist es dauerhaft überaktiviert und unterhält deshalb die Entzündungsreaktion.
  • “Gut-Brain”-Achse (Darm-Hirn-Achse oder Bauchgehirn): Der Darm ist von einem umfangreichen Nervengeflecht umwoben. Neuere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass das Darm-assoziierte Nervensystem für die Generierung von Gefühlen eine wichtige Rolle spielt. Im Rahmen der chronisch entzündlichen Darmerkrankung kann dies erklären, warum Dauerstress und seelische Faktoren die Erkrankung verschlimmern oder unterhalten können.

Ganzheitliche Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn werden konventionell mit immunmodulativen Medikamenten wie Mesalazin, Cortison-Derivaten und Azathioprin behandelt. Wichtig ist es, die Entzündungsreaktion zu kontrollieren, um weitere Folgeschäden zu verhindern.

Deshalb wird die Medikation im Rahmen der ganzheitlichen Therapie fortgesetzt. Anhand der Eingangsdiagnostik, die in der Regel aus Stuhldiagnostik, Nahrungsmittelunverträglichkeitstestung, Blutuntersuchung und Vitalstoffanalyse sowie ggf. aus einer weiteren Immundiagnostik besteht, wird ein individueller Therapieplan erstellt.

Mit Hilfe von hochauflösendem Ultraschall können Darmentzündungen oft gut dargestellt werden. Wichtig ist ansonsten die Stuhldiagnostik mit der Darmfloraanalyse und den Entzündungsmarkern im Stuhl.

Ein ganzheitliches Therapiekonzept kann bestehen aus:

  • Phytotherapie Pflanzliche entzündungshemmende Medikamente wie Myrrhe und Weihrauch können die Wirkung der konventionelle Therapie unterstützen und nebenwirkungsreiche Medikamente einsparen helfen – dies konnte z.T. sogar in wissenschaftlichen Studien belegt werden.
  • Darmsanierung Störungen der Darmflora findet man bei CED-Patienten regelmäßig. Eine Behandlung mit probiotischen Medikamenten kann hier oft eine deutliche Linderung der Beschwerden und der schulmedizinischen Medikation bewirken. Auch hier liegen wissenschaftliche Untersuchungen mit guten Ergebnissen vor.
  • Orthomolekulare Medizin Ein Mangel an Vitalstoffen ist bei Darm-Erkrankten häufig zu finden, da die Aufnahme aus der Nahrung gestört ist. Desweiteren kann man mit bestimmten Vitalstoffen gezielt die Schleimhautbarriere und das Immunsystem im Darm stärken.
  • Akupunktur Auch die Akupunktur hat sich bei chronischen Darmerkrankungen bewährt, vor allem bei starken Beschwerden wie Schmerzen.
  • Colon-Hydro-Therapie Die tiefe Darmspülung ist zwar nicht wissenschaftlich untersucht, aber aus langer Erfahrung oft sehr gut wirksam zur Entlastung des Darmes.
  • Ernährungstherapie: Vor allem unverträgliche Nahrungsmittel sollten gemieden werden (z.B. bei Laktose- und Fruktoseintoleranz). Ansonsten ist eine ausgewogene, Vitalstoff-reiche Kost wichtig, die aber auch gut verdaulich sein muss.
  • Stressbewältigung und Mind-Body-Medizin spielen eine wichtige Rolle: Mit einer Verbesserung der Lebensgewohnheiten lässt sich oft die Entzündungsaktivität im Darm senken.